Morges um Sieben war es dann endlich soweit, Mama und Papa sind in Sydney gelandet. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen die beiden abzuholen! Wenn auch etwas verzögert
Während meine Eltern loszogen um ihren coolen Van abzuholen, mussten wir zwei uns beeilen nach Cronulla zu kommen, denn dort startete unsere vier-tägige Ausbildung zum zertifizierten Scuba Taucher.
Nach einem Tag Tauchtheorie haben wir uns abends alle vier am Campingplatz getroffen. Meine Eltern haben an dem Tag erst einmal den endlos langen Flug verarbeitet und ihren Campervan genauer betrachtet mit dem sie gleich im dichten Sydney-Stadt-Linksverkehr fahren mussten.
Den nächsten Tag verbrachten die beiden in den wunderschönen „Blue Mountains“ und hatten tierisch Glück einen sehr engagierten Gruppenführer zu haben. Wir zwei haben den Tag im Pool verbracht, aber nicht im entspannenden Sinne. Beladen mit unserer kompletten Tauchausrüstung, die rund 30 Kilo wiegt, haben wir alles Notwendige geübt um für den Ozean vorbereitet zu sein. Wir können nur sagen, da gehört eine ganze Menge dazu über die man sich vorher keine Gedanken macht. Spaß gemacht hat es allemal und wenn man sich daran gewöhnt hat unter Wasser zu atmen fällt es auch nicht schwer das Atemgerät mal aus dem Mund zu nehmen, im Falle man verliert es beim Tauchen oder das zweite Gerät seines „Tauchbuddies“ zu nutzen. Tauchpartner deshalb, da man immer zu zweit tauchen sollte. Des Weiteren mussten wir fast unsere gesamte Ausrüstung im Wasser abnehmen und anlegen, die Tauchbrille komplett abnehmen und vom Wasser befreien und und und. Man weiß ja nie, was einem im Meer so passiert.
Tag drei in Sydney verbrachten meine Ellis in der City während wir Tauchverrückten uns in den Ozean wagen sollten. Der Ozean war ein himmelweiter Unterschied zum Pool! Unglücklicher Weise hatten wir auch nicht die besten Bedingungen, was wir allerdings sehr schätzten, denn lieber zu Beginn diesen Bedingungen ausgesetzt sein und wissen, wie man damit umgehen muss, als irgendwann später unverhofft darauf zu stoßen. Beim ersten der Zwei Tauchgänge hatten wir eine Sichtweite von einem Meter! Halleluja! Und dabei mussten wir noch Übungen unter Wasser machen. Auf einmal was das mit der Tauchbrille eine ganz andere Geschichte. Sechs Meter tief am Grund und dann noch Salzwasser in der Nase und ja nicht vergessen durch den Mund zu atmen. Einige wurden sogar Seekrank, weil wir einige Zeit an der Oberfläche verbrachten und uns der Wellengang ganz schön durchgeschüttelt hat. Der zweite Tauchgang hatte etwas bessere Bedingungen, was uns alles ein wenig erleichterte.
Am Abend trafen wir uns alle in Sydneys Chinatown um ein leckeres, asiatisches Mahl zu uns zu nehmen. Meine Eltern waren tierischst platt, da die beiden die ganze Stadt zu Fuß auseinander genommen haben
Tag vier begann mit einem kleinen Malheur, denn nach drei Tagen Stillstand sprang der Van meiner Eltern nicht mehr an, aber nach einem kurzen Telefonat war die Hilfe innerhalb von fünf Minuten da und hat die Batterie wieder zum Laufen gebracht. Somit konnten wir gemeinsam in den „Botany Bay Nationalpark“ fahren, in dem die letzten beiden Tauchgänge für unser Zertifikat anstanden. Die Sichtweite an dem Tag waren sagenhafte 8 Meter und schon hat die Sache doppelt so viel Spaß gemacht. Mit dem Kompass unter Wasser, ohne Tauchbrille, Notfallauftauchen mit Partner und Ausrüstung an der Oberfläche ab- und anlegen. Nachdem wir jeweils unsere Pflichtaufgaben erledigt hatten, bei dem uns ein halben Meter langer „Groper“ beobachtet hatte, ist Ray, unser brasilianischer Instructor , mit uns auf Fisch- und Korallensuche gegangen. Die Welt unter Wasser war so beeindruckend und zwei Stachelrochen haben auch noch unseren Weg gekreuzt. Oder eher umgekehrt
Mama und Papa haben uns ein wenig an der Oberfläche beobachtet und bestaunten dann bei einer Tasse Kaffee den Strand und die beeindruckenden Felsformationen.
Auch mit meinen Eltern haben wir uns nicht nehmen lassen ein paar Kröten zu sparen, indem wir auf freien Campingplätzen übernachtet haben. Die zwei hatten eine schön breite Matratze in ihrem Van und sogar ‘nen Waschbecken mit Wassertank. Luxus für uns
Die nächsten Städtchen, die wir uns angeschaut haben waren Newcastle und Port Macquarie, wobei letzteres durch einen herrlichen Bretterweg durch einen Subtropischen Regenwald und das Koalakrankenhaus in Erinnerung blieb.
Auch das Hinterland der Küste blieb nicht von uns verschont und so fuhren wir zum „Dorrigo Nationalpark“ von dem man eine kilometerweite Aussicht über die Wälder genießen konnte. Eine dreistündige Wanderung mit wunderschönen Wasserfällen hat den Aufenthalt noch gekrönt.
Byron Bay, der ultimativen Backpackerstadt haben wir einen Besuch abgestattet, allerdings hat Rob seine Surffähigkeiten lieber in Coffs Harbour getestet. Gar nicht mehr so einfach nach so vielen Jahren ohne Brett :p
In „Brunswick Heads“ haben wir uns dann mal einen Tag zum Faulenzen gegönnt und das kühle Nass sowie die Sonnenstrahlen genossen.
Bevor wir das letzte Mal ein Teil des Hinterlandes erkundeten, ließen wir uns von gut platzierten Werbeplakaten verleiten und machten uns auf den Weg zur „Tropical Fruit World“. Eine Farm, die die weltweit meisten unterschiedlichen tropischen Früchte anbaut. Und wie sich das gelohnt hat! Erst einmal gab es eine Traktortour durch die Plantagen, in denen uns etliche Früchte benannt und gezeigt wurden. Auf einem Stopp gab es frische Bananen, die wir in zwei verschiedene natürlich hergestellte Sirups tauchen durften, lecker! Der zweite Stopp brachte uns zu den Macadamianussbäumen, unter denen wir uns die Bäuche mit Nüssen vollschlugen, herrlich. Teil zwei des Ausflugs war eine Bootstour durch den Wald, bei dem wir Enten gefüttert haben, die wie wild gewordene Viehcher auf uns zu rasten. Am Ufer konnten wir die Wasserdrachen, eine Echsenart, beim Sonnen beobachten. Danach wurden wir in den Streichelzoo zum Füttern gelassen. Wir konnten Mutti sogar davon überzeugen allen Mut zusammen zu nehmen und einen Emu zu Füttern
Zum Schluss durften wir sogar noch zur Fruchtverkostung, bei der die momentan reifen Früchte liebevoll aufgeschnitten wurden. Einzeln wurde uns erklärt, welche Frucht welche Vitamine und natürliche Heilkräfte enthält. Ich glaube wir haben in unserem Leben noch nie so viele Früchte auf einmal gegessen. Jakfruit, Pitaya in rot und weiß, Sternfrucht, Kiwi, Puddingapfel, Baumtomate, Mango und Passionsfrucht waren nur einige der Früchte. Am lustigsten war die „Miracle Fruit“ – die Wunderfrucht. 30 Sekunden, nachdem wir diese gegessen hatten, sollten wir in eine Zitrone beißen, die auf einmal statt sauer megasüß schmeckte! Da haben wir nicht schlecht gestaunt.
Noch am selben Abend kamen wir im „Springbrook Nationalpark“ an. Wie die Faust auf’s Auge hat das Timing gepasst, denn wir wollten uns die Glühwürmchen bei der „Natural Arch“ anschauen. An der Stelle wo sich der Fluss atemberaubend durch den Felsen gefressen hat, entstand eine Unterhöhlung, in der nun hunderte Glühwürmchen leben. Und nicht nur die, nach einer kleinen Weile bekamen wir in der Dunkelheit mit, dass wir umgeben waren von dutzenden Fledermäusen – ein Spektakel.
Der folgende Tag war der einzige Tag an dem es mal so richtig geregnet hat, aber wo wenn nicht im Regenwald! Somit hatten wir eine absolut authentische Atmosphäre bei unserer Wanderung.
Am letzten Tag vor der Ankunft in Brisbane haben wir in Surfers Paradise Halt gemacht. Eine Stadt nur für Touristen, an dessen Stränden Hochhäuser in den Himmel wachsen.
Dann war es auch schon so weit, wir sind in Brisbane angekommen. Trotz dessen die Zeit mit meinen Eltern fast vorbei war, hatten wir noch so einiges Spannende zu erleben. Einen Tag verbrachten wir in der Innenstadt, wo wir die Skyline bei einer Flussfahrt auf einem Katamaran bewunderten und meine Ellis noch die letzten Souvenirs einsacken konnten.
Dank Roberts Spieltrieb, genossen wir einen Tag im Wasserpark „Wet’n Wild“, in dem wir alle riesigen Spaß hatten und jedem von uns das ein oder andere Mal der Atem stockte. Vor allem die Rutsche in der man im freien Fall einen Looping überwinden musste, ließ uns alle schwitzen. Wenn man uns nicht gesehen hat, Muttis Schreie waren kaum zu überhören
Auch den berühmten „Australia Zoo“, Home of the Crocodile Hunter ließen wir uns nicht entgehen. Wir durften Koalas, Kängurus, Wallabys und Krokodile streicheln, Elefanten füttern und eine beeindruckende Vogel-, Schlangen- und Krokodilshow ansehen. Im Zoo hatten wir auch endlich die Gelegenheit die in Australien heimischen Tiere in Ruhe aus der Nähe zu betrachten.
Den letzten vollen Tag verbrachten wir wieder am Strand, denn wir beide hatten eine Kitesurfstunde, die wir nicht verpassen wollten. Vor allem Robert hat dabei Blut geleckt und möchte gern wieder kitesurfen. Zum Mittag gab‘s dann traditionell „Fish ‘n Chips“ am Strand
Mama und Papa haben wir im Flughafen von Brisbane verabschiedet und beide sind auch gut wieder zu Hause angekommen. Danke ihr zwei für die wunderschönen drei Wochen, die wir sehr genossen haben und hoffen, dass sie euch wie uns immer in Erinnerung bleiben werden


